Berliner Filmfestspiele

Neue indische Talente vorstellen

Kino

March 1, 2016

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Parysha (stehend) ist der junge Held, gespielt von Akash Thosar

Parysha (stehend) ist der junge Held, gespielt von Akash Thosar

Die Berliner Filmfestspiele 2016 vom 11. bis 21. Februar waren eine Gelegenheit für indische Filme wie „Sairat“ (Wild) von Nagraj Manjule, um der Welt in den in ihrer Aufmachung und gesellschaftlich einzigartigen Filmfestspielen vorgestellt zu werden. Der naheliegende European Film Market war ein weiterer Schauplatz, um die indische Art und Weise und die neuen Talente vorzustellen.

Die Berliner Filmfestspiele, die berühmte Berlinale in Deutschland, ist neben Cannes und Venedig eines der führenden Filmfestspiele der Welt. Es wird das Mainstream-Kino und Extravaganz gefeiert, doch es wird auch Hunderttausenden Zuschauern die Möglichkeit geboten, neue internationale Talente und Filmautoren zu entdecken. In diesem Jahr wurde eine renommierte offizielle Auswahl und eine strahlende Jury, angeführt von der Lady des amerikanischen Films, Meryl Streep (siehe Box), geboten.

Die Berlinale bot für junge indische Talente auch die Möglichkeit im Rampenlicht zu stehen, insbesondere in der Kategorie „Generation“, die neue Stile aus der ganzen Welt vorstellt. In dieser fortgeschrittenen Kategorie gab es 55 Filme aus allen Kontinenten und unter ihnen den Film „Sairat“ (Wild) vom Direktor Nagraj Manjule. Er wird von zwei namhaften indischen Produktionsfirmen produziert: Zee Studios und Aatpat Production.

„Sairat“, ein Marathi Film, erzählt die leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann niederen Standes aus einem Dorf, Parshya, und Archie, der Tochter eines Politikers. Das Paar versucht ein freies Leben zu führen, während sie mit sozialen Tabus und Unterschieden konfrontiert werden. Sie ertragen die Gewalt der Konventionen, während sich die Gerüchte um ihre Affäre im Dorf verbreitet. Ihr Drang, dem Ganzen zu entfliehen, wächst stetig.

Zur Besetzung zählen junge Talente wie Rinku Rajguru, die die Archie spielt, Akash Thosar (Parshya) sowie Tanaji Galgunde und Arbaz Sheikh.

Sairats Direktor, Nagraj Manjule, 37, kennt die Schwierigkeiten der sozialen Grenzen und den Kampf um Bildung, wenn man aus einer der unterprivilegierten Familien im ländlichen Teil Indiens stammt. Er ist in der sehr kleinen Stadt Karmala im Solapur Bezirk in Maharashtra geboren und aufgewachsen. Sein erster Kurzfilm „Pistulza“ (2009) war, wie er sagt, eine Wiederspiegelung seiner eigenen Erfahrungen. Der Film gewann den First National Award in Indien. Sein erster Spielfim „Fandry“ (2013), der auch nominiert wurde, handelt von Kastendiskriminierung.

 

Archie, die junge Heldin von “Sairat”, gespielt von Rinku Rajguru

Archie, die junge Heldin von “Sairat”, gespielt von Rinku Rajguru

Nagraj Manjule ist tief verwurzelt mit seiner einheimischen Kultur. Er hat einen Master-Abschluss in Marathi-Literatur von der Universität in Pune und wird als einer der führenden zeitgenössischen Marathi- Poeten angesehen, mit seiner ausgezeichneten Dichtersammlung „Unhachya Kataviruddha“.

Bei den Berliner Filmfestspielen, in der Sektion für Kinder- und Jugendfilme, hatten Zuschauer außerdem die Gelegenheit, im Zentrum der deutschen Hauptstadt den Malayalam Film „Ottaal“ (Die Falle) zu sehen. Unter der Regie von Jayaraj Rayashekhan Nair ist das Drehbuch ein Abänderung der Kurzgeschichte „Vanka“, geschrieben vom russischen Meister Anton Chekhov. Übertragen in den indischen Kontext von Kerala (Süden), erzählt es die Geschichte eines Jungen, der seinen Großvater verehrt und der dafür kämpft, aus seiner Situation als Kinderarbeiter in einer Fabrik zu entkommen. Daher auch der Titel.

Ein weiterer Ort, an dem indische Filme entdeckt werden konnten, war der European Film Market (EFM), ebenfalls ein Teil der Berlinale. Auf diesem Branchentreff der internationalen Filmindustrie, einem der wichtigsten der Welt, versammelten sich etwa 400 Firmen und 8000 Produzenten, Verleiher, Filmeinkäufer und Co-Produktionsagenten, um ihre Geschäftsmöglichkeiten weiterzuentwickeln, vorzugsweise durch internationale Verkäufe und Verbreitung. Der 13. Berlinale Co- Produktionsmarkt (14. – 16. Februar) bot außerdem die Gelegenheit für 36 neue Spielfilmprojekte aus 29 verschiedenen Ländern, internationale Finanzierungs- und Produktionspartnerschaften zu schließen. Unter ihnen war auch der indische Film „Echo“ unter der Regie von Arati Kadav und produziert von Sikhya Entertainment, die bereits mehrere Filme mit Anurag Kashyap Films mitproduziert haben. Neue indische Stile, neue Kreativität und neue Geschäftsmöglichkeiten in Berlin, die aber noch mehr von Indiens filmischen und vielfältigen Reichtum begrüßen könnten.

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