Bandipurs Tigerreservat

Ein Paradies in der Wildnis

Dossier

March 1, 2016

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Bandipurs Tigerreservat

Bandipurs Tigerreservat, Ein Paradies in der Wildnis

Das Tigerreservat Bandipurs im südlichen Staat Karnataka ist eines der wichtigsten Lebensräume für Tiger. Wahrscheinlich ist es auch einer der letzten Plätze dieser Welt, an denen die gefährdete Wildkatze eine Chance zum Überleben hat.

Gelegen in den zwei Gebieten Chamarajanagar und Mysore, befinden sich die zusammenhängenden Parks Nagarahole, Mudumalai und Wayanad. Bandipur bildet mit seiner Größe von ca. 1000 Quadratkilometern einen Großteil des über 5500 Quadratkilometer großen Nilgiri Biosphärenreservats. Es ist ebenfalls Teil des westlichen Ghats, eines von acht der UNESCO ernannten “Hottest Hotspots” mit sehr hoher biologischer Vielfalt. Der Bandipur Nationalpark liegt an dem Zusammenfluss der westlichen und östlichen Ghats und ist ein vitaler Korridor der saisonalen Elefantenmigration zwischen dem Mudumalai Schutzgebiet und dem Satyamangalam Wald im Südosten des Nagarahole Nationalparks und Waynad Schutzgebiet im Nordwesten. Dort gibt es eine sehr hohe Populationsdichte der Elefanten sowie eine Vielzahl erwachsener Elefantenbullen.

Das Tigerreservat, welches als Jagdgrund der königlichen Familie Mysores diente, wurde 1941 Venugopala Wildpark genannt und schließlich, im Jahre 1973, zum Bandipur Nationalpark umgetauft, als das Tigerprojekt begann.

Der Wald, welcher damals noch Heimat dreier Waldvölker namens Kurubas war, war einer der ersten, der Schutzräume für Flora und Fauna errichtet hat, um für ungestörtes Gedeihen zu sorgen. Die Stammesdörfer wurden in die Peripherie des Nationalparks umgesiedelt und die Regierung sorgte für Unterkünfte, Grundannehmlichkeiten und Land als Entschädigung. Über die Jahrzehnte hinweg haben viele Stammesbewohner Arbeit als Wächter oder Schutzleute angenommen, um bei der Waldverwaltung zu arbeiten, da ihre Fähigkeit die Zeichen des Walds zu lesen oft unverzichtbar ist. Sie sind ebenfalls zuständig für die 26 Anti-Wilderer Fallen im Park, um die Tiere zu beschützen.

Ein ökologischer Hotspot

Der Nationalpark liegt auf der Windseite der Nilgiri Berge. Mit der Abwesenheit großer Flüsse, außer dem Moyar, der durch die Moyar Schlucht fließt, und den Karnatake und Tamil Nadu teilt, ist der Park für den Großteil seiner Wasserversorgung abhängig vom Monsunregen. Jedoch gab es in den letzten Jahren aufgrund der Waldrodung ein großes Regendefizit. Erschwerend kommt hinzu, dass durch Viehherden und Stämme anderer Dörfer der Wasserstand noch weiter zurück gegangen ist. Die Rinder werden hauptsächlich zur Milch- und Düngerproduktion verwendet, um den wachsenden Bedarf an Tee und Kaffee der Nilgiris zu decken. Als Resultat der Wasserknappheit wandern viele Elefanten in Richtung der Wälder nahe dem Kabini Reservat, um nach Wasser zu suchen.

 

(Clockwise from extreme left) Tiger crossing the pathway; Gopala Swamy Temple: At 19 km from Bandipur National Park makes for a beautiful sight; A Jackal looking for his prey; Spotted deer with antlers; Indian bison w– the largest extant bovine

(Clockwise from extreme left) Tiger crossing the pathway; Gopala Swamy Temple: At 19 km from Bandipur National Park makes for a beautiful sight; A Jackal looking for his prey; Spotted deer with antlers; Indian bison w– the largest extant bovine

 

Das Gebiet ist hügelig und uneben mit einer Höhe von 800 bis 1476 Metern. Der höchste Punkt des Tigerreservats in Bandipur, der „Gopalaswamy Betta“ liegt auf 1476 Metern Höhe. Auf der Spitze steht ein Tempel, der ein vielbesuchter Pilgerort ist. Um Verschmutzung und Unruhen von Natur und Tieren fernzuhalten, hat die Waldverwaltung eine Buslinie zu dem Berg eingerichtet und PKW-Fahrten zu dem Tempel zu verboten, da diese durch das Tigerreservat führen und die Tiere stören können.

Ein weiterer Schritt um menschlichen Einfluss einzudämmen war die Komplettsperrung jeglichen Verkehrs, der zwischen neun Uhr abends und sechs Uhr morgens über einen nahegelegenen Highway direkt durch das Zentrum des Parks führt und eine Verbindung nach Mudumalai in Tamil Nadu herstellt. Diese Nachtsperrung wurde nach mehreren Unfällen mit Rehen, Tigern, Elefanten und Leoparden verhängt, da unachtsame Fahrer, die landwirtschaftliche Güter für Märkte in Tamil Nadu und Kerala transportieren, oft unachtsam waren und diese Tiere überfahren haben.

Obwohl es bereits viele Bemühungen gab, die Strecke nachts wieder öffnen zu lassen, hat die Waldverwaltung dies bisher nicht zugelassen, da die Befürchtung von hohen Unfallraten und einer Gefährdung für die Tiere nach wie vor sehr akut ist.

Reichtum der Wildnis

Bandipur, eines der reichsten Wildtierreservate Indiens, ist besonders bekannt für seine sieben Huftierpopulationen der Muntjaks (bellende Rehe), Sikahirsche, Sambhars, Chousinghas (Vierhornantilopen), Gaurs, Wildschweine und Elefanten sowie den drei großen Raubtierarten, den Tigern, Leoparden und wilden indischen Rothunden. Das Areal beherbergt eine Vielzahl von Raub- und Beutetieren. Große Herden von Sikahirschen begrüßen jeden Besucher des Parks, der auch höchst gefährdete und seltene Spezien wie Hirschferkel, Gazellen, Hyänen und Leoparden vorweisen kann, um nur ein paar zu nennen. Im Gegensatz zu Parks im Norden Indiens ist das Bandipurreservat das ganze Jahr über geöffnet und bietet unzählige Möglichkeiten für Liebhaber der Tierwelt, um diese vielzählig in ihrem natürlichen Lebensraum zu betrachten. Nach dem Monsun im Juli ist der Park üppig grün und der Wald bietet eine wunderschöne Szenerie für die Herden von Elefanten und Gaurs, die zurückkehren. Im Februar hingegen häufen sich die Sichtungen der Raubtiere, da diese auf dem Weg zu verschiedenen Wasserlöchern in dem Nationalpark sind.

Ähnlich wie die Tiere des Reservats haben auch die menschlichen Besucher die Gelegenheit aus einer Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten zu wählen. Die Waldverwaltung bietet grundlegende Einrichtungen wie Räume und Schlafsäle an, die online gebucht werden können. Zusätzlich dazu gibt es Heimübernachtungen und umweltfreundliche Safari Lodges für jedes Budget.

Die Kosten einer Safari, die ungefähr zwei Stunden dauert, belaufen sich auf ca. 18€ pro Person für Inder und 30€ für Ausländer. Jedoch kann die Qualität einer Safari noch deutlich erhöht werden, indem Sie sich eine Lodge im Dschungel oder ein Zimmer in einem der dortigen Resorts buchen, welche von der staatlichen Waldverwaltung betrieben werden, die ein Monopol für Safaris in Bandipur besitzt.


Bandipurs Tigerreservat

Bandipurs Tigerreservat

Anreise
 
Der nächste Flughafen mit Anbindungsmöglichkeiten nach Bandipur ist der Bangalore International Airport, der ungefähr 215 Kilometer entfernt liegt, während der nächste Bahnhof in Mysore 80 Kilometer entfernt ist. Es gibt außerdem auch viele staatliche Busunternehmen mit Anbindungen nach Bandipur.
 
Unterkunft
 
Unterkünfte nahe des Bandipur-Tigerreservats zu finden ist nicht schwer, da es dort viele Gästehäuser, Hütten, Resorts, Klubs, Höfe, Lager und Hotels gibt.

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