Indischer Fußball

Eine erfolgsversprechende Partie

Sport

March 1, 2016

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Indischer Fußball

Indischer Fußball, Eine erfolgsversprechende Partie

Fußball ist in Indien trotz einer neuen Meisterschaft mit internationalen Spielern und großer Anstrengungen, es zu fördern, noch lange nicht auf dem gleichen Stand wie der beliebte Sport Cricket. Der Schlüssel zu einem sehnlichst erhofften Erfolg liegt zum Einen im beharrlichen Training der Spieler, zum Anderen darin, Fußball indienweit zu fördern.

Atul Maurya, ein junger Designer in Delhi, war inmitten der großen Massen von Fans, die die Sport Stars bei der übertragenen Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien verfolgten. Er blieb lange auf, um die Spiele anzuschauen und dabei seine Lieblingsmannschaft anzufeuern: Italien.

Hier liegt das Paradoxon des Fußballs in Indien – die Zahl an Fans nimmt zu, was es zum zweitbeliebtesten Sport nach Cricket macht, doch die Nationalmannschaft ist noch weit davon entfernt, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Tatsächlich liegt sie im FIFA Ranking der Nationalmannschaften vom Dezember 2014 auf Platz 166 von 209, zwischen Lichtenstein und den Cook-Inseln; die lokalen Vereine sind noch in der zweiten Liga des internationalen Fußballs. Das ist der Grund, warum Fans wie Atul Maurya es bevorzugen, sich ausländische Meisterschaften der englischen ersten Liga, die italienische Serie A und Sterneklubs wie Chelsea, Bayern München oder FC Barcelona anzusehen.

Aber die Dinge ändern sich allmählich. Zunächst einmal hat Indien schon einige lokale Stars wie Sunil Chhetri, nationaler Mannschaftskapitän und Stürmer beim Mumbai City FC, oder Subrata Paul, Robin Singh und Balwant Singh hervorgebracht. Außerdem spielen diese Stars jetzt in Vereinen, die zur Profi-Liga gehören, welche aus acht Vereinen besteht, die 2014 gegründete Indian Super League (ISL), die sich von der älteren und wesentlich weniger beliebten I-League unterscheidet. Champion der ISL 2015 war der Chennaiyin FC, der den FC Goa 3:2 im Finale im Dezember 2014 besiegte.

Die ISL ist ein Teil der großen Investition in Form von Geld und Marketing durch Milliardäre, wie die Familie Ambani und Bollywood Stars wie Abhishek Bachchan, Mitbesitzer des Chennai Teams, oder auch Ranbir Kapoor, der in den Mumbai City Football Club investierte, um Fußball in Indien zu fördern.

 

Mumbai City FC Mitbesitzer Ranbir Kapoor (Mitte) zusammen mit Spieler-und-Manager Nicolas Anelka (zweiter von links) und den Spielern Subrata Paul, Sunil Chhetri und Andre Moritz (von links nach rechts).

Mumbai City FC Mitbesitzer Ranbir Kapoor (Mitte) zusammen mit Spieler-und-Manager Nicolas Anelka (zweiter von links) und den Spielern Subrata Paul, Sunil Chhetri und Andre Moritz (von links nach rechts).

Ausländische Spieler wie der Franzose Nicolas Anelka (der auch Mumbai trainiert) oder Trainer wie der legendäre Brasilianer Zico am Kopf des Goa Teams wurden eingestellt, um etwas Prominenz und Expertise ins Spiel zu bringen. Die Ergebnisse sind bereits spürbar – die Qualität des Spiels und der Zuschauerschaft wurden drastisch verbessert, auch wenn es von einem sehr niedrigen Niveau aus startete.

Internationale Hersteller von Fußballausrüstung wie Nike oder Adidas und der internationale Fußballverband FIFA lecken sich die Finger im Anblick der Erfolgsaussichten des indischen Marktes. Es würde ihnen gefallen, wenn der Markt über das nächste Jahrzehnt von den jetzigen Millionen an Fans zu Hunderten von Millionen steigen würde, so wie es auch beim Cricket ist. Einige Investoren sind sogar ehrgeizig genug, um Cricket als Nummer 1 Sport in Indien ablösen zu wollen.

Aber der Weg dorthin ist weit. Zunächst muss Fußball ein richtiger pan-indischer Sport werden. „Fußball ist im Nordosten sehr beliebt, wohingegen es im Norden Indiens noch Fuß fassen muss,“ sagt Upamanyu Borah, ein Fan von NorthEast United, dem ISL Team von Assam.

Als Nächstes müssen die Infrastruktur und das Grundgerüst vom Fußball drastisch verbessert werden, von besseren Stadien und Ausrüstung hin zu neuen Trainingseinrichtungen. Man kann nicht einfach wichtige Spieler importieren, man muss auch lokale Schulungssysteme entwickeln und langfristig darin investieren.

„Das Wachstum und die Entwicklung des Sports vom Basislevel aus, werden der Schlüssel sein, um zukünftige Stars aus Indien zu formen, die auf den Plätzen der Welt spielen können,“ behauptet Simone Gasparotto, Cheftrainer, Paris Saint-Germain Football Academy, Indien, die nun seit mehr als anderthalb Jahren aktiv ist (siehe Box).

Große Events könnten ebenfalls einen Aufschwung bewirken. Indien wird 2017 die FIFA U-17 Weltmeisterschaft für Spieler unter 17 Jahren veranstalten. Dies könnte auch einen Anstoß für Fußball generell bedeuten, denn so werden auch die Kleinen eine Chance bekommen, die zukünftigen Stars des Spiels hautnah zu erleben.

Ein wahrhaftiger Wendepunkt wäre es für den indischen Fußball, wenn ein indischer Spieler zu einem echten internationalen Star aufsteigen würde, so wie die Cricketspieler Sachin Tendulkar und MS Dhoni – die Männer, denen Fans huldigen und die von den Sponsoren geliebt werden.

Auch wenn es zur Zeit noch keinen solchen Wunderjungen gibt, ein Wundermädchen gibt es bereits im weniger bekannten und weitaus weniger lukrativen indischen Frauenfußball: Aditi Chauhan, eine 23-jährige aus Delhi. Sie war die erste Spielerin aus einer indischen Nationalmannschaft der Frauen, die letzten Sommer als Torhüterin in der harten englischen Meisterschaft für West Ham United FC spielte. Wie man so schön sagt: Ladies first.


 

PSG India Academy: The ‘Ibra’ way

Mit internationalen Stars wie Zlatan Ibrahimovic (Ibra), Cavani, Thiago Silva oder David Luiz erfuhr Paris Saint- Germain (PSG) einen stabilen Zuwachs von Fans aus Indien auf der sozialen Simone Gasparotto, Head und digitalen Coach at PSG India Academy Plattform des PSG. Dies sind junge Unterstützer, die die internationalen Ligen verfolgen und nun auch in der PSG Academy in Delhi und Bangalore trainieren können, meint Simone Gasparotto, Cheftrainer an der PSG India Academy.

Wie groß ist das Potential der Paris Saint-Germain Academy in Indien?

Die jungen, geburtenstarken Jahrgänge Indiens sowie die wachsende Beliebtheit von Fußball machen Indien zu einem sehr faszinierenden Standort. Als ein internationaler Verein hat Paris Saint-Germain das Gefühl, dass es wichtig ist, die Hand zu ihren Fans in Indien auszustrecken und dort ihre Fangemeinde zu vergrößern. Als ersten Schritt eröffneten wir die Paris Saint- Germain Academy in Indien, um jungen Leuten eine Chance zu geben, das Universum unseres Klubs zu betreten. Nach unserem Start im Juli 2014 konnten wir auf 7 Standorte in 2 Städten anwachsen – Delhi National Capital Region (NCR) und Bangalore. Täglich kommen etwa 400 junge Leute, um mit uns zu trainieren. Wir planen, uns in den nächsten paar Monaten auf weitere Standorte auszuweiten.

Was bietet diese Akademie an speziellen Methoden und auch im Wesen?

Die an der Paris Saint-Germain Academy India angewandte Pädagogik und Methodiken sind die gleichen, die an allen ihren weltweiten Akademien angewendet werden. Dies gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, nach internationalen Standards mit einem altersgerechten und progressiven Lehrplan zu trainieren. Die Vollständigkeit der Umsetzung des Programmes auf hohen Standards wird dadurch aufrechterhalten, dass ein qualifizierter internationaler Trainer dies übernimmt. Wir haben auch ein beständiges „Trainier den Trainer“ Programm für indische Trainer, die mit internationalen Trainern zusammenarbeiten werden, um das Programm vor Ort zu liefern. Kurz gesagt erhalten die Kinder in Indien das gleiche Programm wie jedes andere Kind an einer PSG Academy in Frankreich, Brasilien, in den USA oder in Kanada. Die technischen Fähigkeiten und die ehrlichen Werte des Sports formen das Bollwerk des Programms.

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