Dilip Parulekar

Tourismusminister von Goa

Interview

October 30, 2015

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Indien fur sie

Marz-April 2015

Dilip Parulekar, Tourismusminister von Goa

Dilip Parulekar, Tourismusminister von Goa

Trotz dem Einbruch an ausländischen Touristen aufgrund eines Rückgangs von Russischen Charterflügen unterstreicht Dilip Parulekar die zahlreichen Initiativen die die Regierung des Landes unternommen hat um den Tourismus in den Küstenregionen und im Hinterland zu bewerben.

Welche Initiativen haven Sie in Ihrem Ministerium in den letzten Monaten ergriffen um den Tourismus in Goa zu fördern? Was waren Ihre Ziele, was waren die Richtlinien, die Sie auf den Weg gebracht haben?

Im nächsten Monat bin ich nun 3 Jahre im Tourismus. Als ich die Position als Tourismus Minister für Goa antrat, lag die jährliche Steigerungsrate im Tourismus bei 2,5%. Nachdem wir alle Initiativen ergriffen und jeden Bühne für unsere Destination genutzt haben, vor allem auf internationalen Messen wie der WTM und der ITB, stieg das Wachstum im Tourismus auf 12,5% im letzten Jahr. In diesem Jahr verzeichnen wir einen marginalen Einbruch der Zahlen bezüglich der internationalen Besucher, da die Russischen Touristen aufgrund des Russland-Ukraine Konflikts ausbleiben. Die Zahlen für den Inlandstourismus jedoch sind weiterhin sehr gut. Außerdem haben sich die allgemeinen Tourismus Zahlen aufgrund der Ankündigung des e-visa sehr positiv entwickelt. In diesem Jahr erwarten wir ein Wachstum von 12,5%, trotz des Rückgangs der russischen, kasachischen und ukrainischen Besucher.

In den vergangenen drei Jahren haben wir versucht den Touristen alle Annehmlichkeiten zu bieten, die sie erwarten. Als ich zum Beispiel Tourismus Minister wurde, gab es keine Toiletten oder Umkleideräume an den Stränden, nichtmal an den berühmten wie Baga, Calangute oder Miramar. Wir haben dort entsprechende Einrichtungen installieren lassen und auch andere bürgerliche Annehmlichkeiten an den Stränden Trotz dem Einbruch an ausländischen Touristen aufgrund eines Rückgangs von Russischen Charterflügen unterstreicht Dilip Parulekar die zahlreichen Initiativen die die Regierung des Landes unternommen hat um den Tourismus in den Küstenregionen und im Hinterland zu bewerben. Eine Aufwertung des Tourismus‘ in Goa Südgoas wie Colva, Benaulim, Varca und Panguni angebracht. Wir achten dabei auf die Grundbedürfnisse der Touristen. Goa ist weiterhin berühmt für seine Strände und natürlich auch für seine Küche. Dafür kommen die Leute hierher. Nun haben wir auch den Binnentourismus gefördert in Orten wie Sanguem, Quepem und Canacona wo Wildwasserbootfahren möglich ist und es sprudelnde Quellen gibt. Im Februar begannen wir außerdem die Vorraussetzungen für Wassersportangebote auf dem berühmten Maya See zu schaffen. Unser Budget hierfür beträgt insgesamt 3,4 Milliarden Euro welches auf einer staatlichprivaten Finanzierung basiert.

Wir möchten den Fokus auf diese Touristenmagnete legen. Wir haben eigene Immobilien in ganz Goa und bieten Pauschaltouren an für Touristen der Mittelklasse, die Goa für 7 bis 8 Tage besuchen. Wir haben auch ein Frauentaxi ins Leben gerufen um die Sicherheit für Frauen zu steigern. Wir haben viel getan um unsere Strände sauber zu halten. Verglichen mit der Situation vor einem Jahr werden Sie feststellen, dass unsere Strände heute sehr sauber sind. Dies sind alles grundlegende Bedürfnisse unserer Touristen um die sich vor 10-15 Jahren gekümmert hätte werden müssen, doch es ist nicht viel in dieser Richtung geschehen. Seit dem ich die Verantwortung übernommen habe, haben wir uns sehr stark darauf konzentriert diese Grundvorraussetzungen für Touristen zu schaffen.

Welche Richtlinien haben Sie aufgestellt um Ihre Vorhaben umzusetzen? Haben Sie Ihre Anliegen auch den Regierungsverantwortlichen für Tourismusfragen vorgetragen?

Wir haben auch in der Vergangenheit an internationalen Messen wie der ITB oder der WTM als Teil des Incredible India Standes teilgenommen. Seit der WTM 2014 sind wir jedoch mit einem eigenen Stand als das Land Goa in unmittelbarer Nähe des Indien Standes vertreten. Auf diese Weise unterstützen sie uns weiterhin. In den vergangenen zwei Jahren habe ich Gespräche mit der zentralen Regierung geführt und viele wichtige Themen für den Tourismus in Goa vorgebracht. Leider bekam ich von der letzten Regierung keine Unterstützung. In den letzten 6 Monaten jedoch hat die BJP Regierung großes Interesse an unseren Belangen gezeigt. Ich habe den Tourismusminister Mr Mahesh Sharma zwei Mal getroffen und wir erfahren große Unterstützung von ihm. Viele Luftfahrt- und Tourismusunternehmen wie Thomas Cook und TUI kamen nach Goa für eine bessere Anbindung und es wird regelmäßige Flüge in das Vereinte Königreich, Deutschland oder Amsterdam geben. Nun sind wir am Ende der Saison und für die nächste Saison ab September rechnen wir mit sehr positiver Resonanz, vor allem von europäischen Touristen. Wir möchten auch attraktiver für amerikanische Touristen werden da auch Amerikaner e-visa beantragen können, genau wie die Japaner. All diese Länder wie China und das Vereinte Königreich sind sehr interessant für uns und wir setzen stark auf die kommende Saison.

Wie haben Sie geplant die Infrastruktur und die Anbindung zu verbessern um diese Ziele umzusetzen?

Ende Dezember 2014, in der Hochsaison zwischen Weihnachten und Neujahr kamen fast 250,000 Touristen nach Goa, die alle mit bequemen Unterkünften und Essen versorgt wurden. Zudem haben wir unsere eigenen GTDC (Goa Tourism Development Corporation) Gebäude. Wir geben Ihnen eine staatlich-privat finanzierte Grundlage für 4- und 5-Sterne Hotels. Um unseren Masterplan zu verfolgen, haben wir in jedem Taluka (Teilbezirk) einen unserer Berater stationiert und können so unsere Infrastruktur verbessern. Goa ist ein sehr kleines Land mit 105 km Küstenlinie, daher versuchen wir die Infrastruktur überall dort zu verbessern, wo es notwendig ist. Wir haben bereits eine gute Infrastruktur in den Küstenregionen – Straßen und Hotels. Im Osten Goas jedoch bereiten wir Angebote wie Wildwasserboot fahren und Trekking vor. Wir haben auch die Staudämme für Touristenbesuche präpariert.

Gibt es bestimmte Segmente auf die Goa Tourismus sich in diesem Jahr besonders konzentrieren wird?

Wir haben im östlichen Goa bereits eine Ausschreibung für ein Convention Center mit Platz für 4.000 Gäste geschaltet. Viele Unternehmen würden gerne ihre Konferenzen hier abhalten, doch zurzeit können wir leider nicht die entsprechenden Kapazitäten bieten. Ich plane deshalb für die nächsten zwei Jahre ein Convention Center und einige 4- und 5-Sterne Hotels zu errichten, damit Unternehmen hier ideale Voraussetzungen für Konferenzen vorfinden. Wir möchten natürlich außerdem den Familientourismus fördern. In diesem Zuge planen wir, wie schon erwähnt, am Maya See etwas Ähnliches wie das Sentosa Island in Singapore entstehen zu lassen. Wir möchten Attraktionen dieser Art in Goa fördern. All diese Initiativen sind fest eingeplant und bereits von uns in Angriff genommen.

Und wie geht es mit den regionalen und internationalen Touristen voran?

In diesem Jahr konnten wir eine hohe Zahl an Besuchern aus Europäischen Ländern wie Deutschland, die auf der e-visa Liste stehen, verzeichnen. Wir haben den Flughafen extra um ein Terminal und um e-visa Counter erweitert denn wir haben eine gute Erreichbarkeit aus den Vereinigten Staaten, Europa, Katar und Dubai. Früher mussten Britische Gäste über Delhi und Mumbai nach Goa reisen, heute fliegen sie Goa direkt an. Aus diesen Gründen kommen FIT (freie unabhängige Reisende) Reisende heute in großer Anzahl nach Goa. Wir konnten dieses Jahr einen Anstieg von 33% an regionalen Touristen und 4–5% an internationalen Touristen beobachten, wobei Charterflüge leicht zurück gegangen sind. Im letzten Jahr hatten wir 1.128 Charterflüge, in diesem Jahr 950. Dies liegt vor allem an den sinkenden Zahlen aus Russland und der Ukraine in denen die Wirtschaft am Boden liegt.

Zum Schluss: was sind Ihre Pläne für die nächste ITB Berlin in Deutschland.

Ich werde leider aufgrund der Wahlen in meinem Bezirk dieses Jahr nicht zur ITB reisen können aber einige meiner Mitarbeiter werden dort sein und wir werden uns verstärkt an den Europäischen Markt wenden. Einige der Länder an die wir uns wenden sind auf der e-visa Liste, andere auch nicht, wie das Vereinigte Königreich oder Frankreich. Diese sollten allerdings auch eingeschlossen sein, wir haben bereits unsere Petition im Ministerium für zivile Luftfahrt, im Tourismus Ministerium und bei Premierminister eingereicht. Wir sind damit auch an die Zentralregierung herangetreten um diese Länder ebenfalls in die Liste zu inkludieren. Jedenfalls gehen wir davon aus, dass in dem Zeitraum von April bis Mai diese Liste aktualisiert wird und hoffen, dass in Zukunft auch diese Länder darauf zu finden sein werden.

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